
Das ist vielleicht das solideste Image von Sankt Peter: 50 bis 60 Kinder kommen mit der Bibel unter dem Arm Sonntag morgens um 10.30 Uhr nach Sankt Peter. Sie kommen aus allen Stadtteilen Kölns und dem weiteren Umland. Die Bibel ist etwas Besonderes: Die Zittauer Bilderbibel. In 90 Bildern wurde sie damals auf ein riesiges Fastentuch von 1472 in der Oberlausitzer Kreisstadt Zittau. Es war lange verschollen bis es als Torso vor etlichen Jahren im Altarraum von Sankt Peter hing. Damals wirkte es wie ein Magnet, und schließlich entstand daraus unsere Bibel. Es ist original gotische Volkskunst, aber als bildnerisches Erziehungsmittel verantwortbar. Die Bibel wird aufgeschlagen, herumgezeigt, beschrieben, erörtert, erzählt. Dazwischen wird viel gesungen. Jürgen Klöckner begleitet und begeistert die Kinder. Dann wieder wird andächtig gebetet, lieber Menschen gedacht – der Kranken, der Armen, der Kleinen und Großen, und der Allerkleinsten, der Tiere und der Teddys. Am Ende wird kräftig gesegnet und an einer der schönen rheinischen Statuen von der Gottesmutter ein Lichtlein angesteckt. Wozu? Warum? Das bleibt ein Geheimnis.
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