REPLACE RUBENS

REPLACE RUBENS
 
Eine Ausstellungsreihe der Kunst-Station Sankt Peter Köln 2020/2021
 

 
Die Kunst-Station Sankt Peter Köln steht für das Zusammenspiel von sakralem Raum, alter und neuer Kunst, zeitgenössischer Musik und Liturgie. Unangefochtener Blickfang ist das letzte und persönlichste Spätwerk von Peter Paul Rubens. 1638-1640 malte er die „Kreuzigung Petri“ für die Pfarrkirche seiner Kindheit, wo sie bis heute in situ und zusammen mit wechselnden Präsentationen zeitgenössischer Kunst gezeigt wird.
 

Rubens schuf eine dramatisch-sinnliche Summe barocker Bildkomposition, die in ungeheuerlicher Gegenwärtigkeit existentielle Fragen stellt: Kann der Mensch als Opfer angesichts des Endes Halt oder Zuversicht finden? Die zweifelnd suchenden Augen des kopfüber gekreuzigten Petrus haben ungezählte Kunstreisende aus aller Welt gesehen. Immer ergeben sich spannende dialogische Situationen zwischen den aktuellen künstlerischen Positionen der Kunst-Station Sankt Peter und der „Kreuzigung Petri“.
 

Nach der letzten restauratorischen Maßnahme vor vielen Jahrzehnten wird das Gemälde momentan in einer eigens eingerichteten Werkstatt auf der Empore der Kunst-Station Sankt Peter nach modernen Standards untersucht. Damit wird die östliche Wand, an der das große Bild hing, für längere Zeit frei.
 

Grund für den Kunstbeirat der Kunst-Station Sankt Peter, diesen Blickpunkt des Kirchenraumes zu nutzen und Künstlerinnen und Künstlern einzuladen, auf die Leerstelle mit eigenen Arbeiten zu reagieren und sie für einige Zeit neu zu besetzen. Die Einladung lautet: Replace Rubens. Die Positionen sollen sich explizit mit der Leerstelle des „abwesenden Rubens“ auseinandersetzen, sei es im Hinblick auf das Format, die Ausdruckskraft oder die inhaltliche Aussage.
 

Den Auftakt machte im Mai 2020 Gerhard Richter mit seinem Grauen Spiegel.
 

Bis Mitte 2021 folgen Werke von Walid Raad, Liam Gillick und Kara Walker.
 

Kuratorinnen und Kuratoren sind Guido Schlimbach (verantwortlich), Renate Goldmann, Stephan Kessler SJ, Kai Kullen, Anne Mager und Friederike Schuler.