Klaus Simon

A R A R A T — Klaus Simon14. Juni bis 16. August 2026
 

Klaus Simon, der in Krefeld lebt und arbeitet, gehört zu den bedeutenden deutschen Holzbildhauern der Gegenwart. Seit den 1970er Jahren steht für ihn der Baum nicht einfach als Material, sondern als Lebewesen mit einer eigenen Geschichte im Mittelpunkt. Häufig arbeitet er mit abgestorbenen, geschädigten oder umgestürzten Bäumen, deren Lebensspuren in seine Skulpturen eingehen.
 

Von 1988 bis 1997 diente die Arbeit „Ulmensterben“ von Klaus Simon als Altar der Kunst-Station Sankt Peter. Die Holzskulptur bestand aus drei gleichgroßen T-Elementen, die aus einem etwa 1,20 Meter starken Ulmenstamm herausgeschnitten und zu einem Tisch zusammengefügt wurden. Ihre Besonderheit lag nicht allein darin, dass die drei Holzteile weder durch Leim noch durch Schrauben oder Nägel verbunden waren, sondern allein durch den Druck des mittleren Elements zusammengehalten wurden. Auch die Unebenheiten der Oberfläche, die durch das fortwährend arbeitende Holz entstanden, verliehen der Skulptur ihren außergewöhnlichen Charakter.
 

Mehr als dreißig Jahre später präsentiert die Kunst-Station Sankt Peter erneut Werke des Bildhauers Klaus Simon. Die plastische Gestaltung der im Mittelpunkt stehenden „Arche“ folgt nicht einem streng zeichnerischen Konstruktionsprinzip, das auf die Umsetzung einer vorab festgelegten Form zielt. Vielmehr bestimmt ein offener, additiver Werkprozess ihre Entstehung. Schritt für Schritt verlangte der Aufbau der Plastik neue Entscheidungen. Die Verbindung vieler unterschiedlicher Hölzer ergab zunächst einen geschlossenen Schiffskörper, dessen Bug und Heck jedoch bereits in verschiedene Richtungen wiesen und von der Mittelachse abwichen. Indem Simon diese Tendenzen aufnahm und verstärkte, entwickelte sich das Schiff zu einem sich windenden Körper, der vielfältige organische Assoziationen hervorruft.
 

Im Verlauf des Bearbeitungsprozesses wurden die kantigen Hölzer zu einem gerundeten Leib geformt. Zugleich wachsen aus dem Mittelteil immer schlanker werdende Holzbalken empor, deren eckige Gestalt erhalten blieb. Die Übergänge zum geteilten Körper der Skulptur sind dabei fließend ausgebildet.
 

Aus der Nähe richtet sich der Blick auf die architektonische Konstruktion der Skulptur, auf die Vielzahl ihrer Einzelteile und deren teilweise Verschmelzung zu einer Einheit. Aus der Distanz hingegen erscheint eine Gestalt, die sich keinem eindeutigen Begriff unterordnen lässt und offen bleibt für unterschiedliche Deutungen. Die Metamorphose ihres Entstehungsprozesses wirkt im freien Spiel der Assoziationen fort. Im Titel „Arche“ ist diese Vielfalt möglicher Interpretationen bereits angelegt, worauf auch der Ausstellungstitel „ARARAT“ verweist.

 
Mit der zweiten ausgestellten Arbeit, die den Titel „Eremit“ trägt, verwandelt Klaus Simon einen ausgehöhlten Baumstamm in einen Ort der Einkehr. Der Künstler lässt die Lebensgeschichte des Baumes sichtbar und schafft zugleich einen schützenden Innenraum, der an eine Klause oder Behausung erinnert. Wie viele seiner Arbeiten bewegt sich die Skulptur zwischen Natur und Kultur, Vergänglichkeit und neuer Bedeutung.

 
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Zur Eröffnung der Ausstellung von Klaus Simon
am Sonntag, 14. Juni 2026, 13.15 Uhr
laden wir herzlich ein.
Orgelimprovisation von Michael Veltman

 
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Weitere TermineSo, 21. Juni 2026, 13.15 Uhr
Werkgespräch mit Guido Schlimbach
 
So, 28. Juni 2026, 18.30 Uhr
Werkgespräch im Rahmen des Gemeindefestes

 
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ÖffnungszeitenBis 19. Juli 2026: Mi bis So 12–18 Uhr

Von 26. Juli bis 16. August 2026: Besichtigung ausschließlich im Anschluss an die Gottesdienste So 12 Uhr und 18 Uhr.