Heilige Zeiten

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In vorbiblischer Zeit und außerbiblischen Kulturen waren ausgegrenzte, dem Alltag entzogene heilige Räume und heilige Zeiten wesentliche Bestandteile einer Religion. Naturelemente, Berge und Haine oder der Ablauf der Jahreszeiten wurden so mit bestimmten Gottheiten identifiziert, ihnen zugeordnet und geweiht.

Der Gott Israels aber war ein Einziger, Ewiger und Transzendenter. Er wurde in und über allen Räumen und Zeiten geglaubt und erfahren. Israel ist aufgrund seiner existentiellen Urerfahrung des Exodus, der Befreiung aus ägyptischer Fremdherrschaft eines klar geworden: Sein Gott Jahwe, der Ich-Bin-Da, ist ein Gott der Geschichte. Er hält alle Zeit in Händen. Und als Salomon den Tempel in Jerusalem erbauen ließ, war den meisten bewusst, dieser Tempel sei zwar ein besonderes symbolisches Zeichen seiner Präsenz, aber kein von Menschenhand geschaffener Raum der Welt könne Ihn fassen. Konsequenterweise erfolgte eine Umwandlung aller kulturell vorgegeben Ackerbaufeste in Gedenktage für historische Ereignisse, die nun die Geschichte und Heilsgeschichte Gottes mit Israel immer wieder neu und bleibend in Erinnerung rufen sollten.

 

Heilige Zeiten

 

Im Christentum steht die Heilsgeschichte mit Jesus Christus in dieser Tradition. Durch seine Menschwerdung sind in Gott alle Räume und Zeiten geheiligt. Das Hier und Jetzt werden geistesgegenwärtige Begegnungsräume und -zeiten zwischen Gott und Mensch. Liturgische Zeiten des Kirchenjahres markieren zwar Geburt, Sterben und der Auferweckung Jesu, seine Erhöhung zur Rechten des Vaters, die Sendung des Heiligen Geistes, um alles Heilswerk fortzusetzen bis Er kommt, um alles seinem Vater zu übergeben am Ende der Zeiten. Sie alle sind wesentlich Gedächtniszeiten, die uns nicht in die Vergangenheit oder die Zukunft zurückversetzen, sondern Ewiges im Jetzt vergegenwärtigen. Die Liturgische Sprache spricht deshalb immer im Präsens, vom HEUTE. Nicht Räume und Zeiten sind im Christentum in erster Linie heilig, sondern das vergegenwärtigende Gedächtnis unüberholbaren Heilsgeschehens in Jesus Christus. Und im Anschluss an Augustinus sollte man auch sehen, dass das Äquivalent zu den Tempeln der Antike nicht das christliche Gotteshaus ist, sondern etwas total anderes: Das „Wir“, die Gemeinde Gottes, sein Volk.

 

Die Verhüllungen im Advent und in der Fastenzeit

Der Advent bereitet uns vor auf Weihnachten, auf die Geburt Jesu Christi und auf sein endgültiges Kommen am Ende der Zeit. Als äußere Unterstützung hilft uns die so genannte Kleine Verhüllung der beiden Gemälde von Rubens und Schutt zu innerlicher Sammlung.

In der Österlichen Bußzeit oder Fastenzeit (ab Aschermittwoch) bereiten sich Christen vor auf das höchste Fest, auf Ostern. Während dieser Zeit werden in Sankt Peter alle Gemälde, Glasfenster und Skulpturen verhüllt. Wir verhüllen, damit wir am Osterfest neu entdecken können und dies auch existentiell erfahren.

 

Die Heilige Osterzeit bis Pfingsten

Die Osterzeit klingt in Sankt Peter aus mit der Heiligen Erstkommunion am Weißen Sonntag, die bei uns traditionell schon am Samstag-Nachmittag gefeiert wird.

Am Pfingstfest feiert die Gemeinde die Gewissheit, dass der Geist Jesu nicht einfach verflogen ist, sondern uns immer nahe bleibt und uns ergreifen und verwandeln will.

Am Fronleichnamsfest, dem Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, feiern wir mit allen Gemeinden der Kölner Innenstadt.