Die Heilige Messe

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Die Eucharistiefeier am Sonntag ist das Herz einer katholischen Gemeinde. Christen feiern Eucharistie, Danksagung, am Auferstehungstag Jesu.

Dieser Tag der Auferstehung ist der achte Tag, der Tag, in dem eine Neue Schöpfung angebrochen ist. Der achte Tag ist nach Zählung der Schöpfungstage Symbolzahl für die Vollendung der ganzen Schöpfung und des Kosmos und zugleich erster Tag einer Neuschöpfung, die mit der Auferstehung verbunden ist. Mit der Wahl des Tages ist schon angedeutet, dass es nicht nur um die Erinnerung an das Abendmahl geht, sonst hätten sich die ersten Christen am Donnerstagabend versammelt. Gefeiert wird das erlösende Heilsmysterium, das uns in Jesus Christus geschenkt worden ist: das Abendmahl, sein Tod und seine Auferstehung, und darin seine Liebes-Hingabe, werden in jeder Eucharistiefeier gegenwärtig und wecken in den Mitfeiernden jene existentielle Haltung der Danksagung für Gottes erlösende Liebe, die dieser Feier ihren Namen gibt. Jedes gottesdienstliche Leben einer Gemeinde und in der Kirche haben in der Feier von Tod und Auferstehung Jesu Christi ihren Ursprung und ihr bleibendes Fundament des Glaubens.

 

In Sankt Peter hat die Heilige Messe und die Feier der Eucharistie eine eigene Ausprägung erhalten, dem Raum und dem Auftrag geschuldet.

 

 

Die Stühle

Stehen ist seit der Frühzeit der Kirche die Grundhaltung des Beters. Er zeigt damit Respekt, Aufmerksamkeit, Hinwendung und Entschluss. Die äußere Haltung soll der Formung des Inneren dienen. Daher ist der Raum der Kirche frei und offen; er zwingt nicht in Bänke, sondern bietet sich in seiner Gesamtheit den Gläubigen an.

Aus guten Gründen müssen wir uns aber auch zuweilen setzen. Deshalb stellt die Gemeinde die Stühle vor dem Gottesdienst auf und räumt sie nach seinem Ende wieder fort. Wir kommen und gehen als Stehende.

 

Die Gewänder

Die Gewänder des Priesters und des Altardienstes sind die gleichen, denn sie werden stellvertretend für die versammelte Gemeinde getragen. Die Farbe Weiß drückt die unbedingte Vergebung aus, die von Gott geschenkt ist. Die Form der Kutte mit Kapuze ist dem Ort geschuldet, einer Jesuitenniederlassung mit jahrhundertealter Tradition. Das Zingulum, mit denen die Gewänder gegürtet werden, kennzeichnet die Kutten als Arbeitskleidung. Was im Gottesdienst beginnt, wird im Alltag weitergeführt.

Im Schatz von Sankt Peter und seiner Sakristei werden nicht nur alte Messgewänder gehütet, sondern auch neue Kaseln speziell für diese Kirche und ihre Liturgie. So auch die modern formulierten Kaseln von Wally Schulz. Neben einer grünen auch eine „weiße Casel, Seide in Leinwandbindung mit zentrierenden und rahmenden Applikationen in Doupionseide: auf minimalistische Weise focussierend ein kleines, rotes Quadrat im Mittelstab auf Brust und Rücken“. So im Katalog die nüchtern technische Beschreibung. Die Deutung ist klar: Unsere Mitte ist das Herz, Sein Herz – und Seine einzigartige Liebe.

 

Die Gefäße

Die liturgischen Schalen von Sankt Peter wurden eigens von der koreanischen Künstlerin Young-Jae Lee für den Raum unserer Kirche geformt. Gefäße begegnen uns zunächst im Alltag. Sie nehmen auf, bewahren und spenden. Wie der Rhythmus des Atmens symbolisieren sie Leben, bleiben selbst Stand, Halt und Ruhe. Sie lassen sich vom Menschen in Dienst nehmen und verkörpern ihn doch. Der Mensch ist Gefäß, der Mensch ist Schale, bereit zu empfangen, zu bewahren und sich zu verschenken.

Eine tiefere und sakrale Bedeutung erfahren sie, wenn in ihnen Brot in Form von Hostien und Wein zum Altar gebracht werden. Während des Hochgebets vollzieht sich das heilige Wunder. Gottes Geist verwandelt, verborgen unseren Augen, die Gaben unserer Schöpfung und unserer Arbeit in Leib und Blut Jesu Christi. Die Gefäße unserer Endlichkeit dürfen Ewiges fassen. Die christliche Spiritualität verehrt deshalb auch Maria als heiliges Gefäß des Geistes und der Hingabe. So stehen die wertvollen Schalen aus Künstlerhand in dichter Sammlung vor uns auf dem Altar. Symbole für uns selbst, würdig, den Ewigen zu empfangen.


Die Musik

Deine Satzungen sind meine Lieder geworden im Hause meiner Wallfahrt. (Psalm 119,54)

 

Lasst das Wort Christi reichlich unter Euch wohnen.
Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in Euren Herzen. (Kolosser 3,16).

Sankt Peter als Ort des Wortes ist in biblischer Tradition zugleich ein Ort der Musik. Die Suche nach dem zeitgemäßen Wort zwingt auch die Musik zur andauernden Verheutigung. Der Titularorganist Peter Bares, geistiger Vater der Orgeln an Sankt Peter, hat der Gemeinde mit dem Liederbuch „Salve festa dies“ und seinen 47 Liedsätzen (Opus 2672) ein einzigartiges Gesangbuch der Gegenwartsmusik übergeben. In diesem schmalen schwarzen Bändchen sind so ergreifende Texte enthalten wie der aus dem Warschauer Ghetto:

Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht spür.
Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.

Bares schuf auch den kindlich-anrührenden Gesang für die Kindermesse:

Die Sonne steigt, die Sonne fällt.
Gott sei gelobt, der alles hält,
der Mensch und Tier und Erde liebt
und allem seinen Atem gibt.

Auch sein Nachfolger Dominik Susteck legt den Schwerpunkt des musikalischen Werks auf die Improvisation, besonders in der Gottesdienstbegleitung. Die auch international einzigartige Hauptorgel mit dem variationsreichen Klangbild ungewöhnlicher angeblasener Register und dem klangmächtigen Schlagwerk tritt mit dem Anspruch auf, der Besonderheit des liturgischen Geschehens den angemessenen musikalischen Rahmen zu verleihen.

Den liturgischen Bereich umrahmt ein ausgesuchtes Konzertprogramm mit dem Schwerpunkt auf der Orgelimprovisation und der Aufführung zeitgenössischer Orgelmusik. Sankt Peter war und ist immer wieder Ort von Welturaufführungen.